Mittwoch, 6. August 2014

Hi there...
so grüßen die Schotten. Sogar von Rennradfahrern werde ich gegrüßt. Das wäre in Deutschland undenkbar, dass ein Rennradfahrer einen Tourer grüßt. :-)
Wenn dich in Island jemand auf der Strasse grüßt, ist das mit Sicherheit ein Tourist. Isländer grüßen Fremde nicht auf der Strasse.   Allerdings auf eine nette Art. Das ist hier in Schottland ganz anders. Die Schotten sind sehr offen und freundlich. Der schottische Gruß "Hi there" bedeutet übersetzt: Hallo, wer bist Du?


Stonehaven, das schottische Timmendorf.





Heute war schon die achte Etappe hier in Schottland, die Zeit rast und schon wieder fast 500km abgespult. Die Landschaft ist nett, aber nicht unbedingt typisch schottisch. Das Wetter dagegen schon. Regen und Sonnenschein wechseln oft häufig. Die Wegführung der NSCR, der Route 1 wie sie hier vorzüglich beschildert ist, verläuft weitgehendst auf Nebenstrassen, auf denen meist keinerlei Autoverkehr ist.

Die Dichte der Ortschaften hat zugenommen im Vergleich zum Norden, was aber nicht unbedingt von Nachteil ist. Man kann öfters mal eine Kaffeepause machen und findet auch meistens einen Supermarkt. Campingplätze sind hier allerdings mau, ein B&B Zimmer kostet um die 60€.
Morgen werde ich Edinburgh erreichen und von dort noch 2 Etappen bis England.

 

 


Samstag, 2. August 2014

das friedliche Hinterland...
schön, dass du mich auch mal wieder in Szene setzt. Ich dachte du hast vergessen, dass ich noch da bin, brummelt Doggi als ich ihn aus dem Rucksack hole. Ich musste mich erstmal akklimatisieren bevor ich wieder Muse zum Fotografieren habe. Ist doch alles ganz anders hier in Schottland als in Island, rechtfertige ich mich. Das stimmt, antwortet er etwas wehmütig, und irgendwie vermisse ich Island schon jetzt. Ja ich auch, Island war einfach etwas besonderes.


Die ersten beiden Tage ging es nahe der Küste entlang. Es war schön die Nordsee wieder zu riechen. Gestern führte die Route dann ins Inland und heute 30km auf einer ehemaligen Bahntrasse Richtung Aberdeen.

Typisch schottisch war dabei nur das Wetter. Neu für mich war allerdings, dass auch Schweine freilaufend gezüchtet werden wie Schafe auf der Weide.

 


Freitag, 1. August 2014

auch schön hier...
gestartet am Mittwoch in Inverness habe ich heute die dritte Etappe hinter mir. Ist hier ganz anders als in Island. Nicht nur das Linksfahren. Ich fahre wieder auf einem markierten Radweg, das erleichtert die Navigation und führt auf erprobte Wege. Wenn der Weg auch manchmal nicht der kürzeste ist, so geht er doch meist entlang von Radwegen oder verkehrsarmen Nebenstrassen.


Das Wetter ist ein wenig wie in Island, windig und regnerisch aber zum Glück einige Grade wärme. Die Landschaft ist hügelig. Keine wirklichen Berge, aber immer auf und ab so, dass man täglich auch auf 400-600hm kommt. Viehweiden, riesige Kornfelder und einzelne Höfe bilden das Panorama. Alle 10-20km kommt man durch eine Ortschaft.


Die Hafenorte an der Küste sind typisch schottisch, mit alten Häusern und enge Gassen und die Küste ist beeindruckend mit ihren zerklüfteten Felsen.
Von Banff aus ging es heute weg von der Küste, durchs Inland direkt Richtung Aberdeen das ich morgen erreichen werde. Von dort aus habe ich circa eine Woche bis zur Grenze nach England.


 

An den Ruinen und Friedhöfen aus dem 19. Jahrhundert und älter komme ich einfach nicht vorbei.

 

Dienstag, 29. Juli 2014

Abschied aus Island...
mit einem weinenden und einem lachenden Auge mache ich mich nun bereit für die Weiterreise. Zurück zur Nordsee, zurück zu meiner eigentlichen Mission der Nordsee Umrundung.
Zwei Monate auf der Insel aus Feuer und Eis und noch lange nicht alles gesehen und auch nicht überall gewesen. Mal wieder nehme ich mir vor irgendwann zurückzukehren um dieses faszinierende Fleckchen Erde weiter zu erkunden. Gäbe es da nicht noch soviel anderes und ebenso interessantes zu sehen auf dieser Welt.
Ich wollte noch ein Resümee verfassen zu 8 Wochen Island, aber momentan fehlt mir die Zeit für literarische Abhandlungen. Bin jetzt in Schottland, einer anderen Welt auf die ich mich noch nicht wirklich vorbereitet habe. Ich habe Angst, aus Unwissenheit, an Sehenswürdigkeiten vorbei zufahren. Im Gegensatz zum ersten Teil der Tour habe ich jetzt keinen(weniger) Zeitdruck. Mitte September sollte ich wieder zuhause sein um nicht in Stress mit dem nächsten Projekt zu kommen. Da bleibt aber etwas, wenn auch wenig,
Spielraum für die kommenden 2200km zumal es  weniger Höhenmeter sind als das Vergangene.
Apropos Statistik:
bisherige Fahrstrecke gesamt:
3.052km / 26.660hm davon in Island 1.352km / 14.660hm
15.600 Fotos,  840 Videos bis heute
Schon jetzt fast unmöglich das alles aufzuarbeiten


Bin heute in Inverness/Schottland angekommen. Flug nach Glasgow, Taxi zum Bahnhof und mit dem Zug in die Highlands. Das Fahrrad ist unversehrt und alle Transfers haben prima geklappt. Nun bin sehr gespannt auf die nächsten 6 Wochen.

Sonntag, 27. Juli 2014

Doggi auf hoher See..
das Whale watching Boot Andrea bringt uns Richtung offene See in der Hoffnung Wale zu finden und zu sehen.

Nach ca. 30min Fahrt sind wir im Beobachtungsgebiet und tatsächlich schwimmen hier einige Minkwale (Zwergwale).


 

Viel zahlreicher sind allerdings die Seevögel. Papageientaucher, Eissturmvögel, Baßtölpel, Dreizehenmöwen und Raubmöwen um nur einige zu nennen.

Die Wale kommen nur hin- und wieder an die Oberfläche um Luft zu holen und halten sich ansonsten verborgen in der Tiefe.






Neben der Waltour steht dieses Wochenende noch die Blaue Lagune auf dem Plan.
Ein lohnenswerter, wenn auch kostspieliger Ausflug.

 

 

Ein Blick vom Kirchturm der Hallgrímskirkja schafft Überblick und ein Besuch der neuen Oper ermöglicht Durchblick.

 










Freitag, 25. Juli 2014

Tierisch abgefahren...
einen meiner schönsten Tage habe ich auf Flatey verbracht. Viele Fotomotive, keine Hektik und schönes Wetter. Die Menschen dort haben eine angenehme Gelassenheit ausgestrahlt. Alles war so friedlich und entspannt, bis auf die Küstenseeschwalben und die Krabbentaucher. Die Schwalben verteidigen ihr Revier mit lautem Geschrei und tätlichen Angriffen. Die Krabbentaucher halten Abstand, machen aber auf ihre Weise penetranten Lärm. Dennoch ziehe ich das Gezwitscher der Vögel dem Lärm durch Menschen oder Maschinen 1000fach vor.
Heute mal ein kurzer Rückblick der letzten Tage als Video...

Mittwoch, 23. Juli 2014

Horror auf der Eins ...
die Strasse Nr.1, die Ringstrasse, ist die Hauptverkehrsader in Island. Sie führt rund um die Insel, ist ca. 1500km lang, teilweise 4-spurig aber im Osten teilweise auch noch Schotterstrasse. Außer an wenigen Stellen gibt es keinen Randstreifen, auf den man als Radfahrer ausweichen könnte. Die Strasse ist oft so schmal, dass man selbst als Radfahrer bei Gegenverkehr nicht überholt werden kann(theoretisch). Ich habe diese Strasse weitgehendst gemieden. Heute musste ich aber 25km auf der Eins zurücklegen. Es war
starker Verkehr und es war starker Gegen- bzw. Seitenwind. Viele Autofahrer überholen mich nur mit genügend Abstand und warten bei Gegenverkehr. Aber leider nicht jeder. Durch den teilweise böigen Wind kommt man als Radfahrer schon mal aus der Spur. Überholt dich von hinten ein Bus oder LKW wirst du vom Sog einige Meter mitgerissen, dann bricht der Sog ab und der Seitenwind prallt erneut auf dich. Da kommt man schon mal schnell ins straucheln. Kommt dir bei Gegenwind ein LKW in voller Fahrt entgegen, tut es einen Knall, dass du denkst die Schallmauer zu durchbrechen. Durch den Windstoss wirst du abrupt abgebremst und Sekunden später wieder losgelassen. Es ist oft eine Gradwanderung unter diesen Bedingungen.
Doggi räuspert, wolltest du noch was hinzufügen, frage ich ihn. Ich hätte es nicht besser beschreiben können, antwortet er, oft war es sehr eng heute auf der Eins obwohl ich ja meist alles wie durch ein Sieb sehe.




Dafür hatten wir gestern einen super Tag. Nachdem wir auf dem Pass ordentlich nass wurden, hat uns anschließend die Sonne im Nu wieder getrocknet. Die Strasse war wenig befahren und nicht zuletzt durch die Sonne zeigte sich die Landschaft von ihrer schönsten Seite.
 

 

Ein bedrohlicher Himmel heute Abend, aber noch ist es trocken.